"Sieben auf einen Streich!"
Münchner Großmeister Gerald Hertneck gewinnt beim 16. Crailsheimer Open alle Partien
A-Turnier (70 Teilnehmer)
Der Delmenhorster Markus Lammers ging in der siebten und letzten Runde gegen GM Hertneck volles Risiko, da er im Falle eines Sieges das Crailsheimer
Hauptturnier gewonnen hätte.
Hertneck zeigte aber in der dramatischen Partie auf brillante Art und Weise, dass er alles im Griff hatte und zwang Lammers mit einem fulminanten
Gegenangriff zur Aufgabe. Tröstlich war für den Unterlegenen, dass er trotz der Niederlage auf dem zweiten Platz blieb, obwohl die Konkurrenz mit
vier Großmeistern, drei Internationalen Meistern und mehreren FIDE-Meistern groß war. Dabei zeigte vor allem Gerald Hertneck, der 1994 auf Weltranglistenplatz 50 geführt wurde, besondere Klasse.
Sein 100-Prozent-Ergebnis ist ein Novum beim Crailsheimer Open!
Ein sehr gutes Turnier spielte auch die erst 18-jährige Tschechin Kristyna Havlikova mit einem ausgezeichneten fünften Platz.
Der Crailsheimer Frank Stiefel landete auf Platz 26, was immerhin Platz eins in der Sonderwertung Bezirk Ostalb bedeutete.
B-Turnier (40 Teilnehmer)
Dieses Turnier verlief bis zum Schluss ebenfalls äußerst spannend. Letztendlich gab es hier aber mit dem Ludwigsburger Walter Schaffert auch einen klaren Sieger, da er als einziger ungeschlagen blieb und nur zwei Unentschieden zuließ. Im entscheidenden Spiel schlug er den bis dahin führenden Bad Mergentheimer Kevin Mühlbayer in einer abwechslungsreichen Partie. Bester Crailsheimer wurde Bernhard Grzyb, der auf Platz 18 ins Ziel kam. Grzyb erhielt in der vierten Runde einen "Toreropreis" für sein gelungenes Spiel, als er einen starken Angriff gekonnt abwehrte.
C-Turnier (46 Teilnehmer)
Erfreulich war in dieser Gruppe die Teilnahme von einigen zehn- bis zwölfjährigen Spielern- und Spielerinnen, die bereits so gut Schach beherrschen, dass sie bei einem gut besetzten Turnier bestehen können.
Positiv war hier aus Crailsheimer Sicht der zweite Platz von Robert Aronov, der nur dem Karlsruher Siegfried Stegh unterlag. Stegh gewann das Turnier, da er nur ein einziges Remis zulassen musste. Dritter wurde der Dinkelsbühler Florian Ries.
Oft bringt ein stiller Zug das Erdbeben. (Richard Reti)
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